Chip-Verpackungen
Überblick
Kein Licht an die Vitamine
In den Chips befinden sich die Schaltkreise, die den eigentlichen Arbeitsspeicher des Moduls bilden. Diese müssen sehr gut vor unmittelbar physischem Eindringen geschützt werden, beispielsweise, dass ein Mensch sie aus Versehen mit dem Finger zerdrückt. Aber es gibt auch andere Faktoren, wie z.B. kosmische Strahlungen, die die häufigste Fehlerquelle in den Chips sind. Dabei handelt es sich um Strahlen unterschiedlichen Typs, vergleichbar mit UV-Strahlen von der Sonne, die zu Ladungswandlungen führen. Gut isolierende Gehäuse minimieren die Strahlen, die bis zu den Schaltkreisen durchdringen können.
Es soll jedoch nicht der fälschliche Eindruck entstehen, dass die Chips jeden beliebigen Druck aushalten. Wenn man mit dem Finger zu fest auf einen Chip drückt, dann nützt auch das Package nicht mehr viel. Besonders sensibel sind die neuesten BGA-Chips, die in DDR2-Modulen verwendet werden. Versuchen Sie daher – speziell beim Einbau eines Moduls – die Chips gar nicht, oder so wenig wie möglich zu belasten.
Chip-Stacking
Für Module mit sehr hohen Kapazitäten erfordert die Architektur teilweise ein Komprimieren der Schaltkreise. Da dies nicht möglich ist, werden an der Stelle, wo sonst nur ein Chip sitzt, einfach ein zweiter Chip aufgestockt. Dieses Verfahren wird Chip-Stacking genannt, weil zwei Chips aufeinander gesteckt werden. Chip Stacking geschieht entweder als „Interally Stacking“ oder als „Externally Stacking“. Internes Stacking lässt sich optisch nicht feststellen, da zwei Chips innerhalb einer einzigen Verpackung gestackt sind. Beim externen Stacking werden Verpackungen gestackt, was sich bei genauem Hinsehen auch optisch feststellen lässt.
Falls Sie einmal den Ausdruck „Sandwich“ im Zusammenhang mit Speicherchips hören, dann handelt es sich hierbei um Chip-Stacking. Diese Formulierung rührt aus den beiden Hälften, die wie zwei Toasts zu einer Einheit zusammengepappt werden.
Die Verpackungstypen
Früher eingesetzte Verpackungen waren Stecktypen wie DIP und ZIP, sowie PGA. Alle anderen hier vorgestellten Verpackungen sind sogenannte „Surface mounting“-Typen, die direkt auf der Platine integriert sind. Heute sind Verpackungen vom TSOP Type 2 am meisten verbreitet, was sich allerdings auch als ein Auslaufmodell abzeichnet. Abgelöst wird TSOP durch eine Verpackungen namens CSP, die das BGA als Übertragungsmodell nutzt und bei Rambus bereits seit Jahren verwendet wird. Wir möchten Ihnen die relevanten Verpackungstypen nun im Detail vorstellen.
Was ist DIP?

Sechs Klassen differenzieren die unterschiedlichen Pinzahlen
- < 10 mit 8 Pins
- 10 mit 14, 16 und 18 Pins
- 20 mit 20, 22, 24 und 28 Pins
- 30 mit 30, 32 und 36 Pins
- 40 mit 40, 42 und 48 Pins
- 60 mit 64 Pins
Als DIP das erste Mal verwendet wurde, gab es noch keine eigenen Platinen für Speicher, sondern die Chips wurden noch direkt auf dem Board eingesteckt, oder mussten eigenhändig angelötet werden. Der Platzbedarf war allerdings so gigantisch, dass etwa die Hälfte der Mainboards nur mit Arbeitsspeicher belegt war. Schon bald wurde nach einer Alternative gesucht wurde, die dann bei SIP endete.
Was ist SIP?

Auch die Anzahl der Pins in der Kontaktleiste bei SIP-Speichern wird in drei Klassen unterteilt, wobei PC für PinCount steht
- PC < 4 mit 2, 3 und 4 Pins
- 4 < PC > 10 mit 5 ,7 ,8 und 9 Pins
- PC >= 10 mit 10 und 12 Pins
Ihr Gewicht liegt zwischen 0,29 Gramm und 7,5 Gramm. Was man auf dem Bild nicht erkennen kann ist, dass es zum ersten mal seperate Platinen gab, die mit Chips bestückt wurden. Man könnte daher sagen, dass SIPs die Väter aller Speichermodule waren. Die SIP-Arbeitsspeicher wurden jedoch Opfer Ihrer Herstellkosten, die zu entsprechend hohen Marktpreisen und derart niedriegen Absätzen führten, dass die Produktion eingestellt werden musste.
Was ist PGA?

PGAs werden in fünf Klassen unterteilt
- 70 mit 72 Pins
- 80 mit 84 Pins
- 100 mit 120, 132, 175 und 176 Pins
- 200 mit 208 und 280 Pins
- 400 mit 447 Pins
Was ist SOP?

Die Pinzahlen sind hierbei in fünf Klassen unterteilt
- < 10 mit 8 Pins
- 10 mit 14 und 16 Pins
- 20 mit 20, 24 und 28 Pins
- 30 mit 32 Pins
- 40 mit 40 und 44 Pins
Was ist TSOP?

Anders als bei SOP-Verpackungen, gibt es für TSOPs keine Sockel, in die der Chip eingsteckt wird. TSOPs werden daher grundsätzlich direkt auf der Platine aufgelötet. Es gibt zwei unterschiedliche Typen von TSOP, Type 1 und Type 2. Der Unterschied besteht darin, dass die Kontaktpins bei Chips von Type 1 an der Kopf- und Fussseite angebracht sind. Dies können Sie auch auf der Abbildung erkennen. Bei Chips vom Type 2 sind die Kontaktpins, wie bei SOP, an den beiden Seiten angebracht.
Type 1
Diesen Typ gibt es in den drei Pin-Klassen
- 20 mit 24 und 28 Pins
- 30 mit 32 Pins
- 40 mit 40 und 48 Pins
Das Gewicht der Chips beträgt 0,21 Gramm bei den kleinsten Verpackungen (24 Pins) und 0,5 Gramm bei 48-Pin-Verpackungen. Ein TSOP-1-Gehäuse ist zwischen 0,97 und 1,05 mm hoch und verbraucht damit nur 33% – 50% des Platzes, den ein SOP-Gehäuse einnimmt.
Type 2
Weil Type 2 wesentlich verbreiteter ist als Type 1, sind hier sieben Klassen spezifiziert.
- 20 mit 26 und 28 Pins
- 30 mit 32 und 34 Pins
- 40 mit 44 und 48 Pins
- 50 mit 50 und 54 Pins
- 60 mit 66 Pins
- 70 mit 70 Pins
- 80 mit 86 Pins
TSOPs vom Type 2 sind grundsätzlich maximal 1mm hoch, allerdings wird auch die Minimalhöhe von 0,97mm, die es auch bei Type 1 gibt, nicht unterschritten. Weil die Gehäuse wesentlich mehr Kontakte haben als die vom Type 1, sind sie auch etwas schwerer. Die Werte liegen hier zwischen 0,33 und 0,66 Gramm.
Was ist QFP?

Mit der Fläche steigt hier auch die Höhe. Die kleinsten Gehäuse sind hier 1,45 mm hoch und wiegen 0,35 Gramm. Die größten Gehäuse sind 4,2 mm hoch und wiegen 12,8 Gramm.
Für das QFP sind sogar acht Klassen spezifiziert.
- 40 mit 40, 44 und 48 Pins
- 50 mit 52, 54, 56 und 58 Pins
- 60 mit 64 und 68 Pins
- 70 mit 74 Pins
- 80 mit 80 Pins
- 90 mit 94 Pins
- 100 mit 100, 120, 136, 160 und 184 Pins
- 200 mit 208 Pins
Was ist SOJ?

Die Einbauart für die Chips kann bei den unterschiedlichen Platinen variieren. Die meisten Chips sind direkt auf der Platine aufgelötet, wie es der Standard für die SOPs vorsieht. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, die in einem, auf der Platine befestigten Sockel, eingesteckt werden.
Da der Bedarf für SOJ-Verpackungen nach SIMM-Arbeitsspeicher nicht mehr gegeben war, sind auch lediglich drei Klassen spezifiziert.
- 20 mit 24, 26 und 28 Pins
- 30 mit 32, 34 und 36 Pins
- 40 mit 40, 42 und 44 Pins
Was ist QFN?

Während der Entwurfsphase wurde deutlich, dass die wahre Innovation eigentlich in der Abschaffung der Pins liegen würde. Deshalb ist das QFN auch die Vorstufe zum BGA, bei dem gar keine Kontaktpins mehr auftauchen. Darauf werden wir aber in einem seperaten Abschnitt weiter unten noch zu sprechen kommen. Jedenfalls ist diese Tatsache dafür ausschlaggebend, dass die Technik von QFN nicht perfektioniert, sondern die Konzentration auf BGA gelenkt wurde.
Die Grundfläche der Chips beträgt zwischen zwischen 6 x 6 mm und 9 x 9 mm. Das Gewicht liegt dementsprechend niedrig zwischen 0,08 Gramm und 0,15 Gramm.
Das QFN ist in drei Klassen eingeteilt
- 40 mit 48 Pins
- 50 mit 52 und 56 Pins
- 60 mit 64 Pins
Was ist BGA?

Die Probleme sind dabei wartungstechnischer Natur. Zum einen kann man nicht einfach zu Hause einen Prozessor mit entsprechender Technologie austauschen, weil hier eine professionelle Lötvorrichtung von Nöten ist. Außerdem erschwert die versperrte Sicht eine Inspektion der Kontakte unter dem Chip. Im Regelfall bedeutet das, dass die Komponenten zur Reperatur zwingend in eine Werkstatt gebracht werden müssen. Bei einem normalen PGA hat es bislang gereicht einfach einen neuen Chip zu bestellen, der dann eigenhändig montiert werden konnte.
Nun wäre diese Technik nicht das absolute Novum, wenn sie nicht auch ihre Vorzüge hätte. Zum einen wird durch das BGA nur noch sehr wenig Platz für den Chip benötigt. Kurze Kontakte, die für geringe Wechselstromwiderstände sorgen, sowie verbesserte Wärmeabführung stellen sich hier als weitere Vorteile heraus. Außerdem ist festzuhalten, dass der Chip, trotz Verlötung, schadlos von der Platine entfernt werden kann. Dazu sind selbstverständlich komplexe Werkzeuge nötig, weshalb es ratsam ist, defekte Teile unbedingt einzuschicken, oder in eine Werkstatt zu bringen, und nicht selbst zu reparieren.
Was den Zukunftstrend angeht, so sprechen die Ballzahlklassifizierungen schon für sich:
- 40 mit 48 Balls
- 100 mit 117, 119, 144 und 165 Balls
- 200 mit 225, 240, 256, 272 und 292 Balls
- 300-349 mit 313, 316, 320, 324 und 345 Balls
- 350-399 mit 352, 388 und 396 Balls
- 400-449 mit 400, 404, 416, 420, 432 und 449 Balls
- 450-499 mit 456, 480 und 484 Balls
- 500 mit 500, 544, 576 und 580 Balls
- 600 mit 609, 624, 629, 641, 672 und 676 Balls
- 700 mit 729 und 756 Balls
- 800 mit 824, 840, 888 und 899 Balls
- 900 mit 955 Balls
- 1000-1499 mit 1088, 1153, 1155 und 1296 Balls
- 1500-1999 mit 1521, 1675, 1752 und 1849 Balls
In der Stammversion sind die BGAs zwischen 1,1 mm und 3,3 mm hoch und wiegen zwischen 0,26 Gramm und 26,5 Gramm. Dieses Spitzengewicht erreichen natürlich nur Verpackungen mit einem Kontaktvolumen von über 1.500 Balls. Die Mini-Version und bekannteste Bauart von BGA ist die sogenannte CSP-Verpackung. Diese Chips sind trotz Kontaktvolumina von über 400 Pins gerade einmal 1mm hoch und wiegen unter 0,25 Gramm.
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